Arzneimitteltherapie für die Kleinen:

Besonderheiten der Pharmakotherapie, Pharmazeutische Wissenschaft

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen – erst recht nicht, wenn sie krank sind. Da der kindliche Organismus anders aufgebaut ist und funktioniert als der von Erwachsenen, müssen Arzneimittel für junge Patienten speziell auf ihr Alter zugeschnitten sein.

Hier empfiehlt sich eine Unterteilung in sechs relevante Entwicklungsstadien:
Frühgeborene: mehr als drei Wochen zu früh geboren
Neugeborene: 0 bis 27 Tage
Säugling: 28 Tage bis 12 Monate
Kleinkind: 1. Lebensjahr bis Ende 2. Lebensjahr
Kindergartenkind: 3. Lebensjahr bis Ende 5. Lebensjahr
Schulkind: 6. Lebensjahr bis Ende 11. Lebensjahr
Jugendliche: 12. Lebensjahr bis Ende 18. Lebensjahr

In jedem Stadium werden Arzneistoffe anders aufgenommen, verstoffwechselt und ausgeschieden. Dabei sind die Differenzen bei Säuglingen und Frühgeborenen besonders groß. Am gravierendsten sind die Unterschiede im Stoffwechsel der Arzneistoffe in der Leber und deren Ausscheidung über die Niere. Beide Organe unterliegen Reifungsprozessen. Da sie bei Frühgeborenen noch unreif sind, verweilen Arzneistoffe hier meist lange im Körper.

Im Säuglings- und Kleinkindalter befinden sich Leber und Niere in der sogenannten Wachstumsphase. Dadurch erhöht sich ihre Stoffwechselleistung stark. Die allermeisten Arzneistoffe werden nie wieder so schnell umgesetzt und ausgeschieden wie in dieser Zeitspanne. Im weiteren Leben sinkt die Stoffwechselleistung des Körpers dann wieder kontinuierlich ab. Auch wenn diese Zusammenhänge heutzutage schon recht gut untersucht sind, kann man nicht genau vorhersagen, wie lange sich ein bestimmter Wirkstoff im Körper befindet. Weil der Stoffwechsel unseres Körpers äußerst komplex ist, gibt es im Einzelfall Ausnahmen von der Gesamttendenz. Darüber hinaus hängt es auch von den Eigenschaften eines Wirkstoffes ab, wie lange er tatsächlich im Körper verweilt. Zusätzlich muss bei der Arzneimitteltherapie bei Säuglingen und Kindern beachtet werden, dass Organe im Entwicklungsstadium meist besonders empfindlich auf Medikamente reagieren. Bei ungeeigneten Arzneimitteln können unerwünschte Langzeitfolgen drohen – zum Beispiel auf das Immunsystem, das Skelett, die Geschlechtsorgane oder die sich entwickelnden geistigen Fähigkeiten.

Zuverlässige Daten für die Arzneimitteltherapie im Kindesalter können nur klinischen Studien in den verschiedenen Altersgruppen liefern. Hier gilt es, Vorbehalte und ethische Bedenken gegenüber Kinderstudien in ein angemessenes Verhältnis zu ihrem Nutzen für die Arzneimitteltherapie junger Patienten zu setzen.

Fazit: Eigenheiten des kindlichen Stoffwechsels müssen für deren spezielle Arzneimitteltherapie berücksichtigt werden. Zudem können Medikamente zusätzliche Nebenwirkungen auf sich entwickelnde Organe haben. Klinische Studien in den verschiedenen Altersgruppen liefern zuverlässige Daten für die Arzneimitteltherapie im Kindesalter.

Besonderheiten der Pharmakotherapie bei Kindern pdf,
Anne-Kristina Frobel und Stephanie Läer,
Klinische Pharmazie und Pharmakotherapie Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf

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