Arzneimittel für Krankheiten im Kindesalter:
Wie wirken sie?

ADHS: Mittel gegen das Chaos im Gehirn

Psychopharmaka sind wichtiger Bestandteil in der Behandlung der Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Denn psychotherapeutische Maßnahmen allein reichen oft nicht aus, um das Leiden zu bessern. Das anstrengende Verhalten der Betroffenen, das sich zum Beispiel in extremer körperlicher Unruhe oder mangelndem Konzentrationsvermögen äußert, wird nämlich nicht durch Persönlichkeitsdefizite oder Erziehungsfehler verursacht, sondern durch eine Erkrankung des Gehirns.

Der "Zappelphilipp" kann Reize aus der Umwelt schlecht verarbeiten, weil die Konzentration von Botenstoffen (Fachwort: Neurotransmittern) in seinem Gehirn zu niedrig ist. Neurotransmitter haben die Funktion, Nervensignale weiterzuleiten und damit Informationen zu übertragen. Gerade in unserer heutigen Zeit, in der wir tagtäglich mit einer Flut von unterschiedlichen Eindrücken konfrontiert werden, sind Gehirne mit einem solchen Defizit schnell überfordert. Als Folge lässt bei den Betroffenen die emotionale Selbstkontrolle nach, während Ablenkbarkeit und motorische Unruhe zunehmen.

Wirkstoffe, die derzeit in der medikamentösen Behandlung von ADHS eingesetzt werden, erhöhen die Menge an freien Neurotransmittern im Gehirn. Am häufigsten wird dabei Methylphenidat verwendet. Es bewirkt, dass die Konzentration eines Botenstoffs namens Dopamin zunimmt. Langjährige Erfahrungen haben gezeigt, dass Methylphenidat in den allermeisten Fällen hilft. Seit kurzem wird bei ADHS auch der Arzneistoff Atomoxetin verabreicht, wodurch dem Gehirn größere Mengen des Neurotransmitters Noradrenalin zur Verfügung gestellt werden. Die Effektivität von Atomoxetin wird derzeit geringer eingeschätzt. Dieser Arzneistoff kommt vor allem bei Patienten zum Einsatz, die auf Methylphenidat nicht ansprechen.

Fazit: Der Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) liegt eine Erkrankung des Gehirns zugrunde, die dazu führt, dass Reize aus der Umwelt schlechter verarbeitet werden können. Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, die Menge an Informationsträgern im Gehirn zu erhöhen. Dadurch können Reize aus der Umwelt besser verarbeitet werden, wodurch sich die Symptome bessern.

Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft ADHS der Kinder- und Jugendärzte e.V. pdf

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